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Thursday, 13. october 2011 4 13 /10 /Okt. /2011 21:24

Ich weiß, dass das, was nun kommt, KEINER lesen will. Aber es ist Realität, die zu oft vorkommt und ich habe mir nichts davon ausgedacht. Ich kenne sogar Menschen, die einen Teil dieser schrecklichen Kindheit erleben mussten und ich finde, dass in Gedanken an diese Menschen und auch an alle anderen Kinder und Jugendlichen, diese negative Assoziationskette mal aufgeführt werden sollte…leider lesen das hier wahrscheinlich nicht die „richtigen“ Leute und selbst wenn, wären sie sich ihrer größten Schuld überhaupt nicht bewusst: Eine Kindheit zerstören.

Und ich finde dem Rest dieser Welt sollte auch mal bewusst werden, was hinter den verschlossenen Türen einer Wohnung so alles passieren kann...man liest das nur so in der Zeitung: Eingesperrt im Keller, Babys in Gefriertruhe gefunden, etc...aber was fehlt ist mehr Tiefgrund, was dieses Thema angeht...man redet nämlich selten darüber...(falls ich mich irren sollte und neulich eine Reportage oder so im Fernsehen lief, bitte ich um Korrektur plus einen Link)

 

Das hier geht an alle Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen und ebenso (das gehört auch zu einer grausamen Kindheit) an alle anderen, die Spaß daran haben eines anderen Menschen Leben zur Hölle zu machen. Und ja, ich weiß…selten mobbt einer einen anderen, ohne selbst Probleme zu haben…aber gerade die sollten sich mal Gedanken darüber machen, da sie das Leid auch noch vermehren…wenn das einem Menschen nur so einfach bewusst werden könnte…

 

Und noch was: Ich vertrete die Ansicht, dass Leid Leid ist und nur an sich selbst gemessen werden kann. Somit leidet ein Mobbingopfer genauso wie ein Missbrauchsopfer, was objektiv gesehen natürlich ein verdammt großer Unterschied ist. Trotzdem hatte das Mobbingopfer auch keine glückliche Kindheit. Es sitzt ja – um das mal ganz banal auszudrücken – nicht jeden Tag da, lässt sich mit Zeug bewerfen und auslachen bzw. indirekt hänseln und denkt: Oh super, mir geht’s gut im Vergleich zu anderen.

 

 

 

Und nun zur Assoziationskette...

 

Der Gürtel gestrafft

Schnitte

Schläge

Gehen tief in die Haut

Verbrannte Haut

Ständige Misshandlung

Sexueller Missbrauch

 Über Jahre

Blut überall

Jeden Tag

Narben innen und außen

Seelisches Leid

 

Leises Schluchzen

Kindheit stirbt

 

Aus dem Bett geschmissen

Doch niemals aufgewacht

Kindheit ein Albtraum

 

Beworfen mit Pfennigstücken

Das Gespött der ganzen Schule

Schulsachen versteckt

Selbsthass

Minderwertigkeitsgefühle

Abschiedsbriefe geschrieben

Arme aufgeschnitten

Vernarbte Seele

Rasierklingenliebe

Selbstmordversuch

 

Bruder stoned

Schlägt die Tür ein

Stiefbruder lacht dich aus

Wie du am Boden liegst

Krümmst vor Schmerz

Mutter betrunken

Schließt die Augen

Sieht nichts

Stiefvater ein kranker Sadist

Kleine Schwester schwanger

Abgehauen mit 13

 

Gekaufte Liebe

Keine Liebe

Kein Verständnis

Immer nur Kritik

Alles falsch

Kind ein Fehler

Nicht gewollt

Emotion bleibt aus


Das Haus ein Gefängnis

Eingesperrt im Zimmer

Aufgewachsen im Heim

 

Und das schlimmste ist:

Es ist zu oft Alltag

Scheint normal

Man kennt es nicht anders

 

Kindheit kann so grausam sein…

Traumatische Kindheit

 

Die Folgen?

Eine kaputte Psyche

Schizophrenie

(Chronische) Depression

Posttraumatische Belastungsstörung

 

 

Dissoziative Identitätsstörung

Suizid

 

 

 

 

 

 

Anmerkung: Ich muss das hier „leider“ unvollständig lassen, denn Dr. Hyde erzählt mir gerade seine Geschichte und ich KANN hier nicht alle Punkte von einer grausamen Kindheit aufführen, da die Liste wahrscheinlich dreimal um die Erde gehen würde…

Ich als Niete in Sachen Bücherschreiben werde übrigens mit ihm seine Kindheit aufschreiben. Dr. Hyde habe ich ja in der Klinik kennen gelernt und schon ein paar mal hier im Blog erwähnt. Er ist eine multiple Persönlichkeit (siehe:  Dissoziative Identitätsstörung), was auf eine extrem schreckliche und traumatische Kindheit mit Misshandlungen zurückzuführen ist, die sich wahrhaftig keiner vorstellen kann…

 

Mit dem Buch erhoffen wir uns, die Gesellschaft aufzurütteln. Aber erst mal abwarten. Ich bin ja sehr kreativ, was Pläne und Ideen angehen, aber leider oft zu unerfahren/klein/etc., um sie auch wirklich umzusetzen...

Mal sehen...ich habe ja noch die Hoffnung, dass das mit dem Bücherschreiben klappt...

veröffentlicht in: Brotlose Kunst
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Kommentare

Im Grunde ist Missbrauch und Mobbing doch kein so himmelweiter unterschied, denn beides kann eine Kindheit zerstören und selbst das Leben als Erwachsene. Manche sagen, man wird dadurch nur stärker, aber das sind eben die, die gemobbt haben, oder eben jene die es wirklich geschafft haben einen Nutzen daraus zu ziehen. All jene die keinen Sinn finden und sich die Schuld selbst an all dem geben, finden da nie wieder heraus.

Schön das du jemanden gefunden hast, der sich dem ganzen mit dir annehmen will um sich dem abermals zu stellen und darüber zu berichten. Und beruhigend zu wissen, das es noch jemanden gibt den die Verlage einfach nicht wollen. Schweinebacken.

Kommentarnr1 gepostet von Aya am 13.10.2011 um 22h51

Es ist schwer aus sowas einen nutzen zu ziehen...da einen das unbewusst immer ein Stück weit verfolgen wird oder schlimmeres. Aber andererseits denke ich in meinem Fall mit Mobbing und ungewöhnlicher Familie: Ohne meine doofe Jugend wäre ich garantiert heute nicht so wie ich bin. ^^

Antwort von Journey am 13.11.2011 um 15h15

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Sie machen es, weil sie etwas zu erzählen haben, weil ihr leben anders ist. Und obwohl sie es nie zugeben, hoffen sie immer, dass es jemand entdeckt und liest, um die wahre Persönlichkeit desjenigen kennen zu lernen.

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